Die meisten Suchen starten mit einer Zahl aus dem Bauch: „Wir brauchen so 400 Quadratmeter.“ Danach passt entweder die Fläche nicht zum Team oder die Miete nicht zum Budget. Rechnen Sie stattdessen von den Räumen her, die Sie tatsächlich brauchen.
Schritt 1: Räume zählen, nicht Köpfe
Gehen Sie Ihre Organisation durch und schreiben Sie auf, welche Räume Sie brauchen: Einzelbüros, Doppelbüros, Teamräume, ein Großraum, Besprechung klein und groß, Empfang, Teeküche, Serverraum, Archiv, Putzraum. Diese Liste ist die Grundlage – nicht die Mitarbeiterzahl.
Schritt 2: Richtwerte pro Arbeitsplatz
Die Technischen Regeln für Arbeitsstätten (ASR A1.2) geben die Untergrenze vor: Ein Arbeitsraum braucht mindestens 8 m² für den ersten Arbeitsplatz und mindestens 6 m² für jeden weiteren. Für Büroarbeitsplätze nennt die Regel als Richtwert 8 bis 10 m² im Zellenbüro und 12 bis 15 m² im Großraum – im Großraum mehr, weil Verkehrswege und Abschirmung gegen Störungen Platz kosten. Die reine Bewegungsfläche am Arbeitsplatz muss mindestens 1,50 m² betragen.
Das sind Mindest- und Richtwerte des Arbeitsschutzes, keine Komfortwerte. Wer Rückzugsräume, Projektflächen oder Desk-Sharing plant, landet darüber oder darunter.
8–10 m²pro Arbeitsplatz im Einzel- oder Doppelbüro
12–15 m²pro Arbeitsplatz im Großraum, wegen Verkehrswegen und Akustik
8 + 6 m²absolute Untergrenze: erster Arbeitsplatz plus je weiterer
1,50 m²freie Bewegungsfläche, die jedem Arbeitsplatz zusteht
Schritt 3: Nebenräume und Verkehrsfläche aufschlagen
Auf die Summe der Arbeits- und Besprechungsräume kommen die Flächen, die niemand als Büro wahrnimmt und die trotzdem bezahlt werden: Flure innerhalb Ihrer Fläche, Sanitär, Technik, Putz- und Lagerräume. Fragen Sie beim Angebot nach, wie hoch dieser Anteil ist – er entscheidet darüber, wie viel von der Mietfläche Sie wirklich nutzen.
Schritt 4: Mietfläche ist nicht Nutzfläche
In Angeboten steht fast immer die Mietfläche. Sie umfasst neben Ihren eigenen Räumen auch anteilig gemeinschaftlich genutzte Flächen wie Eingangshalle oder Aufzugsvorräume. Wie sie berechnet wird, hängt vom zugrunde gelegten Standard ab: die gif-Richtlinie MF/B unterscheidet Flächen mit ausschließlichem und mit gemeinschaftlichem Nutzungsrecht, die DIN 277 gliedert das Gebäude in Brutto-Grundfläche, Netto-Raumfläche, Konstruktions-, Nutzungs-, Technik- und Verkehrsfläche.
Praktische Folge: Zwei Angebote mit „350 m²“ können unterschiedlich viel nutzbare Fläche bedeuten. Lassen Sie sich sagen, nach welchem Standard gemessen wurde, und vergleichen Sie erst danach die Preise.
Schritt 5: Angebote über die Kosten pro Arbeitsplatz vergleichen
Der €/m²-Preis ist die schlechteste Vergleichsgröße, die es gibt. Rechnen Sie stattdessen die Warmmiete pro Arbeitsplatz und Monat: Nettomiete plus Nebenkosten, geteilt durch die Zahl der Arbeitsplätze, die auf der Fläche wirklich unterkommen. Eine teurere Fläche mit besserem Zuschnitt schlägt regelmäßig die billigere mit vielen Verkehrsflächen.
Häufige Fragen
Wie viel Fläche brauchen wir bei Desk-Sharing?
Weniger Arbeitsplätze, aber mehr Nebenfläche: Wer Schreibtische teilt, braucht Telefonboxen, Besprechungsinseln und Spinde. Der Flächengewinn liegt niedriger als die Sharing-Quote vermuten lässt.
Wir wachsen – sollen wir größer mieten als nötig?
Leerfläche auf Vorrat kostet jeden Monat. Die bessere Lösung steht im Vertrag: eine Option auf eine Nachbarfläche, eine Untervermietungserlaubnis oder eine kürzere Festlaufzeit mit Verlängerungsoption.
Was ist bei einer Praxis anders?
Bei Praxen bestimmen Behandlungsräume, Wartebereich und Barrierefreiheit den Zuschnitt, nicht die Arbeitsplatzzahl. Hier lohnt die Grundrissplanung, bevor Sie mieten.
Können Sie den Bedarf für uns durchrechnen?
Ja. Wir gehen die Raumliste mit Ihnen durch, legen die Richtwerte an und prüfen an konkreten Grundrissen, ob die Fläche Ihre Raumliste hergibt. Das ist Teil der exklusiven Bürosuche und kostet Sie separat nichts.
Quelle der Richtwerte: Technische Regeln für Arbeitsstätten ASR A1.2, Abschnitt 5 (Raumabmessungen und Bewegungsflächen).
Aktuelle Flächen finden Sie unter Büro mieten in Köln und Rhein-Berg. Wenn Sie vor der Frage stehen, ob ein Umzug überhaupt der richtige Weg ist: Bleiben oder umziehen.