Wirtschaftlichkeit
Was die Vermietung wirtschaftlich entscheidet
Mietpreisfindung, Mieterprüfung und die Frage, wie ein Mietvertrag den Wert Ihrer Immobilie verändert.
Wie der Angebotsmietpreis entsteht
Ein zu hoher Angebotspreis kostet Sie keine Verhandlungsmasse, sondern Zeit – und Zeit ist bei Gewerbeflächen der teuerste Posten. Interessenten sortieren Flächen in den ersten Minuten nach Preis aus; wer zu hoch startet, wird gar nicht angesehen und muss später sichtbar nachlassen, was jeden Verhandlungsvorteil aufhebt.
Wir leiten den Preis deshalb nicht aus einer Wunschrendite ab, sondern aus Vergleichsabschlüssen: Was ist in dieser Lage, in diesem Ausbauzustand und bei dieser Flächengröße in den vergangenen Monaten tatsächlich vermietet worden? Dazu kommen vier Faktoren, die den Preis pro Quadratmeter mehr bewegen als die Adresse:
Nebenkostenniveau. Mieter rechnen in Gesamtkosten. Eine Fläche mit hoher Kaltmiete und niedrigen Nebenkosten wird besser vermietet als umgekehrt – ein Grund, weshalb energetische Maßnahmen auf die erzielbare Kaltmiete durchschlagen.
Ausbauzustand und Zuschnitt. Bezugsfertige Flächen mit funktionierender Kühlung, Verschattung und Netzanbindung erzielen mehr als Rohflächen, bei denen der Mieter erst investieren muss. Auch die Teilbarkeit gehört dazu: Wer eine große Fläche in sinnvolle Einheiten teilen kann, erreicht ein deutlich größeres Bewerberfeld.
Stellplätze. In Köln sind sie der Posten, der die Entscheidung am häufigsten kippt. Sie lassen sich separat bepreisen und rechnen sich meist besser, als sie in die Miete einzurechnen.
Laufzeit und Anreize. Ein Mieter zahlt für Flexibilität weniger und für Sicherheit mehr. Wer eine lange Bindung anbietet, kann dafür einen Preis verlangen – und umgekehrt.
Der Mietvertrag verändert den Wert Ihrer Immobilie
Bei Wohnimmobilien bestimmt die Lage den Preis. Bei Gewerbeobjekten bestimmt ihn der Mietvertrag. Ein Käufer bewertet nicht die Fläche, sondern den Zahlungsstrom, den sie erzeugt – und dessen Sicherheit. Drei Dinge entscheiden darüber:
Restlaufzeit. Je länger die verbleibende Bindung, desto sicherer der Zahlungsstrom und desto geringer der Risikoabschlag eines Käufers. Bei mehreren Mietern zählt die gewichtete Restlaufzeit; ein Objekt, in dem alle Verträge im selben Jahr auslaufen, wird deutlich schlechter bewertet als eines mit gestaffelten Enden.
Indexierung. Eine Wertsicherungsklausel, die an den Verbraucherpreisindex gekoppelt ist, hält die Miete über die Laufzeit auf Marktniveau. Ohne sie verliert die Miete real, und genau das rechnet ein Käufer ein.
Mieterbonität. Derselbe Mietbetrag ist unterschiedlich viel wert, je nachdem wer ihn zahlt. Ein bonitätsstarker Mieter mit langer Laufzeit ist der Grund, weshalb zwei äußerlich vergleichbare Objekte sehr unterschiedliche Preise erzielen.
Praktisch heißt das: Wenn Sie in absehbarer Zeit verkaufen wollen, verhandeln wir den Mietvertrag anders als wenn Sie das Objekt halten. Wie sich das im Verkauf auswirkt, steht auf Gewerbeimmobilie verkaufen.
Anreize, die sich rechnen – und solche, die es nicht tun
Mieter fragen fast immer nach Entgegenkommen. Entscheidend ist die Form. Mietfreie Zeit am Anfang kostet Sie einmalig, lässt die vertragliche Miete aber unangetastet – der Wert des Vertrags bleibt hoch. Ein Baukostenzuschuss für einen mieterspezifischen Ausbau ist sinnvoll, wenn die Einbauten auch dem nächsten Mieter nützen; für reine Spezialeinbauten dagegen selten. Eine dauerhafte Mietreduzierung ist die teuerste Variante, weil sie über die gesamte Laufzeit wirkt und zusätzlich den Verkaufswert senkt. Wir rechnen diese Varianten vor der Verhandlung durch, damit Sie das gleiche Zugeständnis in der günstigsten Form geben.
Was Leerstand tatsächlich kostet
Die entgangene Miete ist nur ein Teil. Nicht umlagefähige Betriebskosten laufen weiter, Instandhaltung und Verkehrsflächenreinigung ebenso. Eine leere Fläche wird schwerer vermietbar, je länger sie leer steht, weil Interessenten fragen, warum sie noch frei ist. Und bei Finanzierungen prüfen Banken die Vermietungsquote. Deshalb ist die Frage nicht, ob man auf den letzten Euro Miete wartet, sondern welche Kombination aus Mietpreis, Laufzeit und Anreiz die Fläche am schnellsten mit dem richtigen Mieter besetzt.